I love summer, part XXIII

Auch aus sehenswürdiger Sicht ist der Juli bis jetzt sehr ergiebig gewesen, auch wenn er – scheinbar gemeinsam mit dem echten Sommer – rasch zu Ende zu gehen scheint. Während es auf der Vorderseite des Hauses hereinheizt, donnert es auf der anderen bereits, was zu einer gewissen Sommerschizophrenie führt; erste Symptome bei mir sind ein wieder entflammter Backwahn, der in den letzten Wochen den Eismaschinen- und Sorbetanfällen gewichen war. Bedenklich, aber ebenfalls sehr lecker, auch wenn ich persönlich die Caipi-Sorbet-Diät bevorzuge. Diese muss nämlich zwangsläufig mit mit perfektem hochsommerlichen Wetter einhergehen und konnte sich in diesem Jahrhundertjuli über mehrere Wochen erstrecken, geht aber nun sehr jäh und viel zu früh zu Ende. Hab ich erwähnt, dass ich in Abschieden gar nicht gut bin? Selbst der Abschied von der Caipi-Sorbet-Saison fällt mir schwer…

I love summer, part XXII

Aus kulinarischer Sicht bin ich diesem Sommer, so denke ich, bis jetzt nichts schuldig geblieben. Das wird mich, auch das denke ich so, hoffentlich beruhigt in den Herbst gehen lassen. Aber ich werde sicherheitshalber noch ein paar kulinarische Kopfstände und Salti versuchen, um mich einerseits guten Gewissens an stürmischen Tagen wie heute zu beschäftigen (als ob mir sonst fad wäre) und andererseits ebenso guten Gewissens den Herbstgenüssen entgegenzusehen. Ein Best-of meiner im letzten Jahr kreierten Rezepte wird es übrigens in der nächsten GENUSSMEILE geben, die am 12. August erscheinen wird!

I love summer, part XXI

Jetzt, wo alle Kästen sortiert, alle Dinge geschlichtet und alles sonst absolut Unabdingbare erledigt ist, könnte eigentlich wieder Sommer werden! Das ist zumindest meine scheinbar gar nicht so bescheidene Meinung. Wie es sich gehört, zeigt sich heute Morgen auch brav die Sonne und lacht mit dem Schweinehund um die Wette, der in freudiger Erwartung ist.

Er ist scheinbar sehr zuversichtlich, dass ich ihn heute wieder auf dem Fahrrad durch die Gegend führen werde. Ja, mein Lieber (Benno heißt er übrigens), wird schon, wird schon! Aber nur, wenn du mir nicht wieder mein Frühstück vor der Nase wegschnappst. So geht es mit Benno im Gepäck also wieder mal über Alte Donau und Donauinsel, wo ich meinen Pflichtstopp beim Leuchtturm ebenso absolviere wie die unvermeidliche Fahrt durch die planlosen Großraumsprühungen der Wiener Gärtnereien, die gleich für eine Zwischendusche sorgen.

Ansonsten ist der Himmel über meiner Terrasse heute voller Libellen, so etwas habe ich noch nie gesehen. Es schwirrt, bis mein Kopf brummt und mein Nacken steif ist – so ungläubig starre ich die Dutzenden Libellen aus dem gemütlichen Eck meines Strandkorbs aus an. Der Regen setzt genau dann ein, als ich bereits wieder im Haus bin und es noch nicht wieder durch die Vordertür zum Einkaufsspaziergang verlassen habe. Ein Glückstag? Sommer eben…

I love summer, part XX (und manchmal auch die Regentage)

Eine Kaltwetterfront ist gemeinsam mit einer Regenfront über Österreich hereingebrochen. Doch dieser Sommertage erschüttert mich so schnell nichts. Endlich Zeit, um mal herinnen ein paar Dinge aufzuarbeiten, ein paar Stapel Papier unterschiedlicher Provenienz abzuarbeiten und sich der dringend nötigen Siesta hinzugeben – wenn auch zumeist nicht in dieser Reihenfolge.

Sommerliches Cocooning hat schon was: ich lümmle umgeben von Zeitschriften und Büchern, einem wärmenden Laptop und vielen Zetteln alias Interimslisten auf dem Sofa herum, schaue im für Max schlimmsten Fall die Sendung "auf & davon" oder gröle völlig sinnentleert das nervige Lied oder genau genommen die einzig mir bekannte aber auch sehr nervige Zeile eines ganzen nervigen Liedes "my uncle John from Jamaica is on holi-holi-day", auf Endlos-Repeat versteht sich. Ich blättere durch Rezeptideen, lasse mich von wunderschönen Food-Fotos inspirieren und murmle unzählige Male die Worte: "Lieber Gott oder wer auch immer für die Vergabe von Kalorienwerte zuständig ist, lass diese eine Speise nicht mehr als 350 Kalorien haben!", während ich aufgeregt zum zugehörigen Rezept blättere und überlege, ob auch 400 Kalorien vertretbar oder auf 350 Kalorien abwandelbar wären, ohne dafür aufs Fahrrad steigen zu müssen. Sommer, wie ich ihn auch liebe – auch wenn die Regenintermezzi etwas kürzer ausfallen könnten und sich nicht gerade das für Feuerwerk und Lichterfest und Vollmondfotos verplante Wochenende dafür hätten aussuchen müssen. Jetzt aber ist Zeit für die Siesta, die Erledigungen sind mir (leider) noch nie davongelaufen! 2 Stunden später ist die Siesta erledigt UND diverse Arbeiten. Sollte das heißen, dass Regen beflügelt? Ich will's nicht glauben…

Andererseits bewirkt ein unerwarteter Energieschub am Sonntag Morgen ungewohnte Verhaltensweisen, bei denen 2 Zweibeiner und mindestens 7 Vierbeiner eine tragende und eine getragenwerdende Rolle spielen: Am nächsten Morgen bei Sturm und Wind - wie die Summe daraus heißt, die uns mit aller Kraft entgegenbläst, weiß ich nicht – haben wir uns mit allen 7 Schweinehunden aufs Fahrrad gesetzt, das dadurch so geächzt und gestöhnt hat, dass Max noch einmal umkehren und sein Rad reparieren musste. Jetzt liegt ein heruntergebrochener Kettenschutz vor der Haustür… Dann aber radelten wir eine ganze Stunde gegen den Wind durch die Gegend, zuerst getrieben von falschem, weil mit leichter Gänsehaut überzogenem Ehrgeiz und dann von großem Frühstückshunger.

Trotzdem beschleichen mich und insbesondere meinen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn leichte Zweifel: Während Wien Sommer und tagsüber matte 17 Grad schreibt und der Fernsehssprecher gerade von einer Eiszeit spricht (am 25. Juli wohlgemerkt), hat Sydney in der Nacht immerhin 11 Grad – im Sydneysider Winter! Darf ich das bitte als ungerecht empfinden und langsam genug vom Cocooning bekommen?

 

I love summer, part XIX (und meine neuen Projekte)

Jetzt ist es also passiert! Um mich geschehen, for better or worse, wie die Engländer sagen würden.

Aber der Reihe nach. Von meinem Bruder & Family habe ich zu meinem Geburtstag ein Geschenk bekommen, das nun – leicht zweckentfremdet – zu einer genialen Verwendung kommt. Er hat mir das Reisetagebuch "1000 Places To See Before You Die" geschenkt und das ist das perfekte Büchlein für mich, um hier nach Kontinenten sortiert alle Destinationen – groß, klein, absurd, normalo – einzutragen, die ich den nächsten Jahren und Jahrzehnten unbedingt besuchen möchte. Dass im Anhang tatsächlich eine Liste mit den 1000 Orten ist, die man unbedingt gesehen haben muss, macht die Sache nicht unbedingt einfacher, aber wesentlich anregender.

So saß ich also gestern im Regen, ich herinnen, er draußen (umgekehrt wär's ja auch blöd), und kramte genussvoll alle meine Listen hervor, die sich mit dem Thema Reisen befassen und übers ganze Haus verstreut waren (und, ja, mit einigen Überraschungen aufwarteten, denn nicht bei allen Destinationen war mir noch ganz klar, warum ich diese überhaupt auf eine der Listen gesetzt hatte). Endlich musste ich jedenfalls meinen Listenwahn oder vielmehr Listenkonsolidierungswahn nicht mehr von einem Schmierzettel auf den nächsten ausleben, sondern konnte das in einem hübschen Buch machen, das ich gleich, gar nicht so typisch für mich, ordentlich mit bunten Post-its nach Kontinenten gliederte, um dann liebevoll alles einzutragen, was sich da an Wunschdestinationen angesammelt hatte.

Hätte ich dieses Büchlein bereits vor einem Jahr bekommen, wären einige Destinationen mehr darin gelandet, die ich mittlerweile, juchu, gesehen habe. Allerdings handelt es sich hier, das darf man nicht vergessen, um eine selbsterneuernde Liste, da laufend Wunschdestinationen dazukommen und nach bestimmten, mehr oder weniger langen Abständen alte Destinationen danach rufen, erneut besucht zu werden. Und ich bin sicher, dass auf die selbsterneuernde Liste weit mehr Verlass ist als auf meinen angeblich selbstreinigenden Herd, den ich eben selbst reinigen muss. Die Reiseliste als aussichtslos scheinendes Projekt? Gewiss! Aber eines mit maximalen Spaß-, Verjüngungs- und Horizonterweiterungsfaktor. DANKE, Tom, Sonja & Larissa!

Doch mit dieser Reisewunschliste begann mein Glück oder Unglück erst. Während alle paar Stunden mein höchst zufriedener Blick darauf fiel, hatte mein Gehirn nichts Besseres zu tun, als insgeheim etwas auszuhecken, dessen Folgen noch nicht absehbar sind. Spät am Abend war es dann ganz um mich geschehen – ich musste mich dem dringenden Wunsch ergeben, der scheinbar in den letzten Tagen in mir gereift ist, seit ich mich mit Mike Gayle's Roman "The To-Do List" scheinbar auf schlechte Gedanken gebracht hatte. So kam es also, dass ich spätabends in meinen leeren Notizbüchern (wie gut, dass frau für akute Notfälle wie diesen immer eine gewisse Auswahl an Blanko-Büchern zur Hand hat) wühlte und ein wunderschönes Büchlein, noch aus Australien, mit dem nicht unpassenden Namen "The Big Book of Silly Ideas" hervorkramte.

Ich versah es mit dem viel versprechenden Titel "The To-Do List" und schrieb mir schon in den ersten 2 Minuten die ersten 11 Punkte von der Seele. Ich wette: außer einem einzigen dieser Lebensträume (definiert als Dinge, die ich schon immer tun wollte, die mir aber schwer fallen oder mich Überwindung kosten oder nicht so leicht zu realisieren sind, aber nichts mit Haushaltslästigkeiten oder anderen Kinkerlitzchen zu tun hat, die keine Zeile wert sind, auch wenn man sie schon Jahre vor sich herschiebt wie etwa Kasten sortieren, Bücher aussortieren, Fotos mit Wiederauffindbarkeitsgarantie ablegen, ein Herdglühbirnchen um weniger als 50 EUR auftreiben) hat niemand eine Ahnung, welche Absurditäten sich da verbergen. Und das ist gut so! Ich würde meine Freunde und Verwandten nicht missen wollen – und ihr entsetztes Kopfschütteln, ihre großen Augen und ihre Verwirrung ob mancher meiner Lebensträume, kann ich mir auch so gut vorstellen.

Sollte ich also in den nächsten Jahren (anders als Mike Gayle habe ich mir kein Zeitlimit von 1 Jahr gesetzt, denn die Träume wollen ja genussvoll und jeder zu seiner Zeit verwirklicht werden) etwas für Euch Unverständliches tun, schiebt es bitte einfach auf diesen schwachen Moment, als ich mich vom Gedanken einer To-Do-Liste für Lebensträume anstecken ließ. (Und nein: ich kann nicht garantieren, dass ich nicht  auch ansteckend bin, würde mich aber trotzdem freuen, wenn sich jetzt aus lauter Angst nicht alle von mir distanzieren würden!). Ich war eben immer schon leicht zu begeistern, was, jetzt kommen wir wieder zurück zum Reisen, auch sein Gutes hat. Ich erinnere mich an eine Namibia-Reise einer Kollegin und an die Kuba-Reise einer anderen, bei denen ich vorfreudemäßig so mitfieberte, dass ich total erholt war, ohne einen Koffer packen zu müssen. Ja, selbst der Neapel-Trip meiner deutschen Brieffreundin versetzt mich in Urlaubslaune, also keine Angst, ich lasse mich eben leicht anstecken!

I love summer, part XVIII

 

Jeden Sommertag muss man nutzen, denn die nächste Kaltwetterfront kommt bestimmt – nämlich morgen, genau zum Wochenende!

Daher hieß es wieder einmal: Picknick mit Radtour, diesmal vorbei an den Wasserschifahrern und hinüber bis zur Donau, von wo mein Lieblingsleuchtturm in den schönsten Abendsonnenfarben erstrahlte, die Poller und Boote um die Wette glänzten und ihre Schatten wild um sich warfen, um dann – fast schon ein Sommerritual – an der Alten Donau zum Sonnenuntergang einzukehren.

Ich schwimme genüsslich in "meiner Badewanne", während Max einen irre gewordenen, weil es mit einem gelangweilten Schwan aufnehmenwollenden Kleinhund aus dem Wasser rettet. In seiner (also des Hundes) Aufregung hatte er übersehen, dass der Steg irgendwo ein Ende hat, war ins Wasser gefallen und mit seinen viel zu kurzen Pfoten nicht in der Lage, wieder an Land zu gehen. Den Besitzern war das scheinbar egal…auch beim zweiten Mal!

Trotz ungebrochenem Hundegenerve – fast wirft er den Schuh eines anderen Badenden ins Wasser und versaut mit seinem nassen Fell fast meine Kamera – erstrahlt der angehende Vollmond unbeeindruckt über der alten Donau, wirft sein Spiegelbild in das zugegebermaßen etwas unruhige Wasser und zeigt sich in seiner schönsten Form: fast schon als "Blue Moon". OH, SOMMER!

I love summer, part XVII

Nach dem vorgestrigen Fiasko, um den Jammer über die missratenen Angel Food Muffins mal gelinde in Worte zu fassen, hielt ich mich gestern an Chrissis Rezept für Joghurt-Kirsch-Muffins. Natürlich nicht ganz, denn bei mir wurden es Marillen-Nutella-Muffins in der extraleichten Ausführung mit nur 110 kcal pro Stück Mini-Muffin. Danke für den Tipp!

Und da ich in den letzten Regentagen so viel gearbeitet habe, war dann auch wieder Zeit für ein richtiges Sommerprogramm, wie es im Buche steht: 2 km schwimmen, ein paar Kochexperimente, Buch "The To-Do List" auslesen und das nächste Buch "Da muss man durch" von Hans Rath beginnen, in die Welt schauen und über sie nachdenken und sich mit dem Wichtigsten beschäftigen: dem Zufriedensein! I LOVE SUMMER, punkt basta.

Hier gehts zum Rezept…

BUCHTIPP: The To-Do List, Mike Gayle

Ein weiterer Buchtipp dieses Sommers, diesmal in Englisch ist ein Buch von Mike Gayle, mit dem viel versprechenden und viel haltenden Titel: The To-Do List.

Da ich ja selbst auch zu den Listenschreiberinnen zähle, steht mir dieses Buch, das wie immer bei Mike Gayle sehr lustig und selbstironisch aus seinem Leben erzählt, besonders nahe. Max habe ich an zahlreichen passenden und für ihn unpassenden Gelegenheiten daraus vorgelesen, wir haben uns zerkugelt und ich bin sicher, dass ich dieses Buch schon bald noch einmal lesen muss. Einfach genial die Geschichte, der Stil und die Denkanstöße…Vielleicht ist mein Listen-Faible ja gar nicht so übel – im Gegensatz zu Mike Gayle bin ich noch nicht bei einer Länge von 1.277 Punkten angelangt, und ich bin so frei und streiche Punkte einfach raus, wenn sie sich selbst überholt haben oder sie nicht mehr Spaß sondern nur Pflicht bedeuten würden… Also so wie er würde ich sicher nicht freiwillig Tolstoi lesen:

War and Peace (Item 1021) had been on my mental To-Do List for some years now. Having first been introduced to the novel by my secondary school English teacher, Mrs. Parker, who hailed it as a ‘must  read classic’, at the age of thirteen I had searched it out from my local library and had been stunned to discover that it was roughly the same size and density as a house brick. Having read the back of it, I concluded that it was marginally less interesting than one too.

The To-Do List auf amazon.de…

I love summer, part XVI

Nach der kurzen, aber heftigen SOMMERFLAUSE, wie es ein derzeit geschlossenes Lokal am Kutschkermarkt so treffend bezeichnet hat, die sich in meiner Welt in Form von Regen und ersten Herbstgefühlen geäußert hat, ist nun der Sommer zurück. Gut so! Mitte/Ende Juli kann man sich ja tatsächlich noch in so etwas wie Gewissheit wiegen, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Dasselbe Gewitter, derselbe Temperatursturz im August und die Sommerchancen für das laufende Jahr stehen etwa genauso gut wie jene auf einen Lottosechser (wenn man denn mitspielen würde).

Nun, ich liebe den Sommer auch an Tagen wie heute, die es mir nicht ganz leicht machen. Nicht nur, weil ich herinnen arbeiten muss, während sich draußen die schönsten Dinge verrichten ließen (in die Welt schauen, übers Leben nachdenken, am genialen Buch “The To-Do List” von Mike Gayle weiterlesen und sich ja nicht inspirieren lassen, auch die eigenen To-Do-Listen ernsthaft in Angriff nehmen zu wollen, die an seine 1.498 Punkte locker herankommt), nein, vor allem weil ich ein Backexperiment gewagt habe, das, sagen wir es so, Archäologen einige Rätsel aufgeben könnte.

Was ist das? Es reduziert sich innerhalb von Sekunden auf die Hälfte, um dann wie das Innere eines Dinosaurier-Eis auszusehen, das hinter einem Baum vergammelt ist und irgendwann in den Jahrtausenden ziemlich viel gelb-braunen Moder angesetzt hat. Im warmen Zustand schmeckt es sehr lecker, man muss das unansehnliche Äußere allerdings unbedingt aus dem Bewusstsein ausblenden, was wiederum gar nicht so leicht ist, wenn man auch nur einen Funken ästhetisches Empfinden aufweist.

Die Auflösung: Das Rezept nannte sich Angel Food Cakes, und ich kann und will mir weder vorstellen, dass man Engeln so etwas zu essen gibt, geschweige denn, dass Engel diese Speise hervorgebracht haben. Ich habe schon unzählige Devil’s Food Cakes gesehen, die sahen um Welten besser aus…

Aber wie gesagt: I LOVE SUMMER, und da ich in den letzten Wochen ja das perfekte Gegengift entwickelt habe, kann mich nichts ernsthaft erschüttern (es sei denn, der Zuckerrohrschnaps wäre gerade aus). So bereite ich eben wieder einmal das perfekte Caipi-Sorbet zu, das auch gegen den größten Frust ankommt. Wobei … wenn ich es mir jetzt so überlege: es hat eigentlich auch eine sehr seltsame gelb-grüne Farbe: Dinosaurierschleim von der letzten Grippewelle, denen die Ärmsten anheim fielen?

 

 

I love summer, part XV

Gestern Abend: HOT IN THE CITY ist gar kein Ausdruck. Die Luft steht und erstickt jeden, der ihr in die Quere kommt. Meine Erfahrungen der letzten Tage haben gezeigt, dass es in diesen Fällen am besten ist, sich aufs Rad zu schwingen und sich möglichst schnell Fahrtwind – möglichst in der Version "Rückenwind" – zu verschaffen. Es wirkt! Kühlt Körper und Kopf und stärkt auch noch die Muskeln. Wir kehren an der Neuen Donau in Liegestuhl und Strandkorb ein und geben uns Pseudo-Strand-Feeling. Danach: der dieser Tage fast schon obligate Sonnenuntergangsstopp an der Alten Donau.

Bloß: Wer hat die vielen Algen in "meine Badewanne" gelegt, wer hat so warmes Wasser eingelassen und Unmengen an Badeschwänen hineingesetzt, nicht einmal gelb und quietschend?

Ich schwimme dem Sonnenuntergang entgegen, was den Vorteil hat, dass nur mein Kopf Gelsenterrain abgibt. Über mir der Sichelmond, der sich anstrengen muss, nächste Woche schon einen Vollmond abzugeben. I LOVE SUMMER!

Heute Morgen: Schon um 8 Uhr morgens recht heiß. Die Flucht aufs Fahrrad hilft erneut. Wir radeln in die Stadt, testen den Kutschkermarkt und Pöhl's Cantine zum Frühstück, besichtigen den Baufortschritt von Wiens erstem Cupcake Cafe, das im September in der Josefstädter Straße eröffnet und, so ein Glück, meiner Freundin Renate gehört. Wir erledigen städtische Einkäufe, verlieren uns in einer Buchhandlung und bei einem Eis am Schwedenplatz und dann im Sommerregen!

Die fettesten Regentropfen, die ich je gesehen habe, platschen auf uns herunter; glücklicherweise ist zumindest der Radweg über die Reichsbrücke halb überdacht, was wir kurz für eine Regenpause nutzen. Die Weiterfahrt, nun bei etwas kleineren aber umso dichteren Tropfen, liefert interessante Fragen: warum bekommt man nicht nur nasse und sehr schmutzige Füße, sondern warum habe ich vom Fahren im Regen schwarze Hände? Der Regen führt dazu, dass die Bremsen immer lauter quietschen und immer weniger ziehen, die Hände so nass sind, dass sie nur mehr hinauf- aber nicht mehr herunterschalten können, was beim Anfahren muskeltechnisch eine gewisse Herausforderung darstellt. Als wir zuhause ankommen, hört es gerade auf zu regnen. Auch gut, im Sommer bin ich sowas von flexibel…  dabei hatte ich mich schon darauf gefreut, endlich meine eigens zusammengestellte CD mit Rain-Titeln rauszukramen!

Und ich komme, 3 Stunden nach einer seltsamen Beobachtung, darauf, was es mit selbiger auf sich hat. Geistesblitze dauern an heißen Sommertagen eben manchmal länger. Wir sind heute an einer Frau vorbeigeradelt, die sich ganz fest eine bunte Socke aufs Ohr gedrückt hat. Ich wollte schon stehen bleiben und fragen, ob es ihr nicht gut geht, da ich dachte, dass sie sich vielleicht irgendetwas, naja, von mir aus auch eine bunte Socke, an eine Wunde drückt. Doch nein: die späte Erkenntnis besagt, dass sie wohl ihr Handy in einem dieser trendigen und dennoch sehr unmotivierten Sockenüberzüge stecken hatte und nur telefonierte. Wie einfach war das Leben vor der Moderne, als sich die Leute noch keine Socken ans Ohr drücken mussten, um miteinander zu kommunizieren!

Und als Draufgabe finde ich auch noch meine heiß gesuchte und lange verlegte Kastenkuchenform – und zwar im Tiefkühler, wo sie seit Wochen ein feines Apfelparfait bzw. dessen mickrige Reste hütet!

IMPRESSIONEN DER LETZTEN BLAUEN UND DANN GOLDENEN STUNDE