99 Möwen und eine überlebensgroße Ente

Den 6. und 7. Jänner vergaukeln wir herrlich und genau so, wie man das in einer Stadt tun darf, in der man sich das Gefühl zugelegt hat, reichlich Zeit für alles UND nichts zu haben. Und Zeit sowie ein bisschen Alles undein bisschen Nichts ist genau jene Mischung, die wir wiederfinden wollten. Gelungen! In Darling Harbour, wo wir von den Touristenmengen fast erschlagen und relativ bald verdrängt werden (das Ringelspiel singt doch tatsächlich auch noch "Schnappi, das kleine Krokodil"!) sehen wir das "XXXL-Gummientlein", das zur Eröffnung des Sydney Festivals als "The Arrival" in der Bucht vor Anker gegangen ist. Wir flüchten durch Chinatown, stärken uns mit ein paar Dim Sums und ich begebe mich dann alleine, aber erfolglos auf Marktsuche. Ich finde den Eveleigh Artisans' Market zwar, doch stand auf deren Website nicht, dass im Jänner keiner stattfindet (grummel). Immerhin lerne ich dabei den Uni-Campus und ein paar sehr interessante Menschen, den seltsamen Bahnhof von Redfern sowie ein paar neue Ecken der Stadt kennen – manche freiwillig und manche unfreiwillig.

Zweiteres liegt daran, dass ich ohne Stadtplan unterwegs bin, denn Max hat ja sein Universalding, das ihm jederzeit alles verrät, sofern man ihm zweimal täglich den Akku wechselt, es alle Stunden putzt und manchmal gut zuredet, manchmal auch ein wenig ungehalten mit ihm wird, mit mir aber eher einen Schweigepakt abgeschlossen zu haben scheint. Da wir (es und ich) uns scheinbar nichts zu sagen haben und trotz aller Bemühungen meinerseits nicht so recht miteinander anfreunden können, bin ich auf den Solo-Trips eben auf meine Orientierung angewiesen, was mindestens ebenso gefährlich ist, aber mit weniger Schimpfworten abgeht. Besser fahre ich immer noch mit meiner menschenfreundlichen Art, in der ich nicht davor zurückscheue, fremde Menschen ungeachtet ihres Odeurs nach dem Weg, nach Busstationen und Marktplätzen zu befragen, wenn auch nicht immer mit Erfolg. Das japanische Pärchen auf dem Uni-Campus etwa meint auf meine Frage nach dem Künstlermarkt, dem Artisans' Market: "Arti Who?" Dann setze ich wohl doch lieber auf meine Orientierung. Mehr direkten Erfolg habe ich dann wieder "zuhause" in Bondi bei der Strandsuche, diesen Weg finde ich schon fast im Schlaf, und meine Meniskus-Pazifikwellentherapie lasse ich nur im äußersten Notfall aus.

Weitere Erlebnisse: ein kleiner Solo-Shopping-Ausflug nach Double Bay, während Max wieder einmal ein Date mit dem kanadischen Zahnarzt hat, wo Einheimische ausnahmsweise ohne Badetücher über der Schulter und Surfboards unter dem Arm ihrem Alltag nachgehen, drei gemeinsame Geocaching-Versuche in Bondi Beach (wenn auch nur mit einem einzigen Erfolgserlebnis) und Möwen ohne Ende am Ben Buckler Lookout gleich bei unserem Apartment. Meine Nichte hätte ihre Freude an dem Schatz in dieser Geocaching Box gehabt – drei Pepper Pig-Buntstifte!

Unten: In der australischen Niederlassung der US-amerikanischen Restaurantkette "Margaritaville" gibt es diese wunderbar lackierten Adirondeck Chairs käuflich zu erwerben. Ein Lottosechser, ein leeres und dringend einzurichtendes Beach Cottage mit eigenem Beach und ein eigener Schiffscontainer für die internationale Lieferung und ich hätte zugeschlagen: so aber dürfen die hübschen Stühle für 680 AUD pro Stück (knapp 550 EUR), plus Versandkosten, in ihrem Lokal stehen bleiben.
 
Unten: Mein Reisegesicht nach einem erfolgreich gehobenen Schatz. Man beachte: Mein Bondi Beach Look ist schon fast perfekt: nur die Fransen an meinem Badetuch habe ich noch nicht angenäht 😉

 

  
 


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