Happy Holidays & Merry Christmas to You!

Ein denkwürdiger 24. Dezember neigt sich dem sonnigen Ende zu: so kenne ich Weihnachten gar nicht, warm, sonnig und voller Palmen. Wir tun, was man hier so tut an einem 24. Dezember: wir beginnen den Tag in einem Einkaufszentrum (Dolphin Mall, schon wieder so ein hübscher Name, direkt am Dolphin Expressway gelegen), um uns ein wenig zu beschenken (der Ausverkauf hier ist ein Wahnsinn, minus 40 oder 50% und der Buchladen fast leer, wobei: wenn man sich in einem Geschäft so zielstrebig bewegt, dass man für eine Verkäuferin gehalten wird, ist es Zeit zu gehen, was wir dann auch tun, da ich keine Buchberatungsleistungen bieten möchte), gehen dann am Ocean Drive nett essen, am Strand spazieren, kehren bei Ghirardelli auf ein Very Berry Sundae ein, liegen ein wenig am Pool, bis die Sonne hinter den Häusern verschwindet und es plötzlich fast weihnachtlich kühl wird und wir einen Pulli anziehen müssen. Danach etwas Cocooning in unserem Apartment, ehe wir uns an die Zubereitung des Weihnachtsmenüs machen. So this is Christmas…

Während wir die Hauptspeise – Schweinefilet mit Trockenfrüchtefülle in Senf-Panier-Kruste und Apfel-Schalotten-Speck-Weißwein-Pfanne – auch mit dem etwas mickrig geradenen Herd ausgezeichnet hinbekommen, wird aus dem geplanten "Andy's Fudge Floribbean Dessert" leider nichts. Ohne Backrohr geht gar nichts. Doch fudgy wird es trotzdem, denn die fertig gekaufte Hershey's Chocolate Cream Pie mit Vanilleeis ist herrlich und fudgy und erinnert stark an die Sundae Pie von Burger King, der ich nie widerstehen kann!

Ein klein wenig vermisse ich den Duft von Christbaumnadeln, und der Duft des gestern frisch gebratenen Lachses hilft da auch nicht, denn bei dieser winzigen Fensteröffnung (großes Fenster, kleine Öffnung!) findet quasi kein Luftaustausch statt. Den bekämpfen wir aber heute mit der Hauptspeise und übertünchen so Lachs mit Schweinefilet – naja, vielleicht nicht die ideale Lösung. Weniger vermisse ich hingegen Schneegatsch und Regen und lobe mir hingegen den Sand, den wir uns hier vom Strand ins Apartment schleppen und den ich fast genüsslich von den Schuhen klopfe!

Beim Spazieren fällt mir wieder auf, wie abwegige Namen viele Hotels tragen: St. Moritz, Venezia, Marseilles, Deauville, Rimini Beach – und in Lignano heißen sie dann Hotel Florida oder Golden Gate. Warum eigentlich? Ist es auch hier immer die Sehnsucht l nach dem, was man nicht hat? Also ich würde in Miami, würde ich in einem Hotel absteigen, viel lieber in einem Coconut Grove Hotel oder noch besser einem Flamingo Paradise Hotel absteigen als in einem Rimini Beach – und das liegt nicht nur daran, dass das hiesige Rimini Beach hoffentlich schon viel bessere Tage gesehen hat!

Weitere Besonderheiten dieses Tages: im Shopping Center der kinderfreundlichste Friseur, den ich je gesehen habe – mit Kindersesseln in Form von Flugzeugen, Autos etc. Und ein Hundeausstatter mit einer T-Shirt-Kollektion für Hunde, bei der ich aus dem Staunen nicht mehr herauskomme. Viele originelle Motive, auch ein ganzer Weihnachtsanzug ist dabei. Wäre ich Hundebesitzerin, würde ich hier sicher nicht widerstehen können!

Zuletzt werden die Geschenke auf Österreichisch, also bereits am Abend des 24. Dezember und nicht erst morgen früh, geöffnet: Die beiden gefüllten Stockings, die uns meine Eltern mitgegeben haben, sind super! Und Max und ich haben uns auch nett beschenkt… nicht zuletzt mit diesem Traumurlaub! Vielen Dank allen Schenkern, auch jenen, deren Geschenke wir bereits in Wien erhalten haben!!!

Außerdem fällt mir beim Strandspaziergang das Motto für mein kommendes Jahr ein: es wird das Jahr der Lebenskunst. Was mir zunächst nicht einfällt, ist, wie dieses aussehen könnte. Doch dann, bei der Lifeguard Station 10 an der 10. Straße, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Leben+Kunst, und ich: die Lebenskünstlerin. The Art of Living, das kann sogar ich noch ein wenig perfektionieren – und 365 Tage gebe ich mir dafür.

Merry Christmas to you – "and to my (and your) saints and guardian angels"!*

*Diese Textzeile habe ich gerade in einem Weihnachtslied von Jimmy Buffet gehört und für sehr gut befunden, ein paar Glückwünsche für die Schutzengel können schließlich nie falsch sein!

 


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