99 Sandstrände unter blauem Himmel und eine Tsunami-Warnung

Wer die Farbe „Blau“ nicht mag, sollte das heutige Blog besser überspringen. Denn der erste strahlend blaue Tag in Neuseeland (ja, ein ganzer Tag!) gekoppelt mit meiner neuen Kamera mit voll geladenem Akku ergibt rund 300 strahlend blaue Fotos.

Diese werden erst spätnachmittags ein wenig getrübt, als wir am Strand von Pakira, wo wir auf einem KIWI Holiday Park auch übernachten, lesen, dass ganz Neuseeland unter „Tsunami Watch“ steht. Was ist mit uns? Ziehen wir die Naturkatastrophen an? Wenn ja, dürfen wir froh sein, dass unsere Anziehungskraft nie ganz ausreicht. In Curacao im Oktober waren es „nur“ die Ausläufer des Hurrikans Sandy, in Brisbane „nur“ die Ausläufer des Zyklons Oswald und jetzt in Neuseeland (bislang) nur die Möglichkeit der Ausläufer eines Seebebens auf den Cook Islands. Wenn man bedenkt, dass wir fast auf einer der betroffenen Südseeinseln, auf Vanuatu, gelandet wären, wenn uns nicht in letzter Minute, die kleine Angst vor Unwettern und Tropenstürmen bzw. ein kleiner Anfall von Vernunft ausreichend abgeschreckt hätte… ich mag gar nicht daran denken, beruhige mich aber damit, dass wir dafür aber den Sintfluten in Brisbane und Umgebung entgangen wären. Und jetzt steht eben auch die Südsee in unserer Schuld. Die Destination für meinen nächsten runden Geburtstag steht leider schon fest (nicht die Südsee), aber es wird sich hoffentlich (bald) ein anderer Anlass finden, um uns mit ganz leichtem Gepäck den Südseeinseln annähern zu können.

Der heutige Tag fängt – völlig ungewöhnlich für Neuseeland – schon strahlend blau an, so strahlend, dass ich um einiges vor Mäxchens Zeit mit Eifer (manche sagen: Übereifer) beginne, das Apartment aus- und das Auto einzuräumen. (Nur zur Klarstellung: Strahlend bedeutet temperaturmäßig hier aber so etwas wie ein sonniger Frühlingstag bei uns: in der Sonne warm genug für kurze Ärmel und Shorts, im Schatten bibber! Einziger Unterschied: auch 10 Minuten in der Sonne reichen hier aus, um eine rote Gesichtsfarbe aufzuziehen, und das, obwohl wir schon reichlich vorgebräunt sind.) Um 9 Uhr sind wir schon unterwegs, zunächst mit einem Stopp am Strand der Mairangi Bay quasi fast vor der „Haustür“, die wir bislang nur bei grauem Himmel gesehen hatten. Dann fahren wir Richtung Norden, wo wir bei Orewa, der Goldküste Neuseelands, einen Stopp machen und auch den hiesigen Strand mal bei herrlichem Wetter und bei einer imposanten Ebbe sehen. Auch im Wenderholm Regional Park legen wir erneut einen Stopp ein und lösen eine Quasi-Gutwetterschuld ein. Da wo es  vor einigen Tagen schon schön, aber grau war, machen wir mit der neuen Kamera und dem neuen Himmel ein paar Testfotos.

Dann aber geht es richtig los. Da heute Nationalfeiertag – Waitangi Day – ist, sind die Städte leer, aber die Straßen voll. Alle zieht es zum Gruppen- und Großfamilienpicknick in die Parks und an die Strände. Leider haben auch die meisten Geschäfte zu, Warkworth mit seinen entzückenden Häuschen und Läden ist nahezu ausgestorben. Erst in Matakana finden wir Leben vor, vor allem im Black Dog Cafe geht es gemütlich und lebhaft zu. Ein Lunch kann nie schaden!

Weil das Wetter so traumhaft ist, wollen wir nicht wie geplant weitere 2-3 Stunden im Auto sitzen, sondern suchen uns in der Nähe – nach einem Walk in der Gegend von Ti Point – einen Campingplatz. Der zweite ist ausreichend schön gelegen und überzeugt durch bucht- und strandnahe Lage in der Nähe von Dünen und blauem Himmel. So könnte es bleiben!


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