Only in America – vielleicht

Nach einem durchgehend sonnigen, langen Reisetag mit kurzem Reisegesicht, das sich zuverlässig wie eh und je eingestellt hat (sitzt, passt und hat – endlich wieder – Luft zum Atmen) und erstaunlich angenehmer Nacht wache ich nun also endlich wieder zum Rauschen auf, das ich seit vergangenem Jahr mit Miami assoziiere. Dem Rauschen der Palmen vor dem Hotelfenster. Zumindest glaube ich das, als ich um 22 Uhr Ortszeit (4 Uhr morgens Körperzeit) erschöpft ins Bett des Best Western Plus on the Bay Inn & Marina falle. Nicht ohne zuvor noch im angeschlossenen Lokal "Shuckers Bar & Grill" direkt am Wasser bei einem Weitnachmitternachtssnack (Buffalo Chicken Wings mit Blue Cheese Dip) die laue Abendluft und den Blick auf die Skyline aufzusaugen. Nicht mal die Jeansjacke braucht man abends, eine dünne Weste reicht. Wie sich nach dem zweiten Aufwachen um 6 Uhr Ortszeit herausstellt, ist das Rauschen zwar nur die Klimaanlage des Nachbarmotelzimmers, aber was solls? Dafür ist es auch kein Regen, wie man bei diesen Geräuschen edbenfalls vermuten könnte.

Die Palmen winken trotzdem freundlich über dem Pool ins Zimmer. Ich winke zurück. Man weiß ja nie.

Das galt übrigens auch gestern beim Flug, als ich mich im Flugzeug exzessiv als Tiefotografin betätigte und mit dem Titel "Wildlife Photographer of the Year" zu liebäugeln begann, als ich einen leider etwas unruhigen und daher auf mindestens 127 der 150 Fotos unscharfen Pandakopf in den Sitzreihen vor mir für die Ewigkeit festhielt.

Doch das war nicht die einzige Überraschung auf dem Flug. Die Besatzung von American Airlines betreute uns nämlich im absolut unschlagbaren Weihnachtsoutfit. Die Damen trugen rot-grün blinkende Lichterketten um den Hals und Weihnachtsmannschürzen, die Stewards Krawatten mit Riesen-Rudölfern mit großen roten Nasen, die aussahen wie sehr große Ketchup-Flecke. Vielleicht sind die Weihunachtsmänner auf den Schürzen daran schuld, dass man das Flugzeug auf arktische Temperaturen herunterkühlte, sodass wir (ja, sogar Max) mit Sweater-Kapuze und Decke bis zur Nasenspitze die 10 Flugstunden absaßen. 

Vom englischen Mädchen neben mir, das mit seiner Familie auf Urlaub nach Florida flog, erfuhr ich auch, wie es denn möglich ist, dass Santa Claus die Geschenke nun nach Florida anstatt nach England bringt. Nachdem sie eine Stunde über die Frage ihrer Mama nachgedacht hatte, woher Santa das denn wissen kann, meinte sie erleichtert: "It's because he can see us!" Na dann brauchen wir uns ja auch keine Sorgen zu machen….

Und bevor ich jetzt a) doch nochmal einschlafe, weil es nur für meinen Körper Mittag ist (und er entsprechend knurrt), ich aber noch 1 Stunde aufs Frühstück warten muss oder b) unter den raschelnden Palmen hindurch in die Lobby wanke, um mir einen der rund um die Uhr verfügbaren Tees zu holen, drücke ich jetzt auf "Veröffentlichen" und wünsche noch einen schönen Sonntag! Enjoy.


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