Das Lyrik-Orchester spielt: Sackgasse

Ulrike Ebert
 
sackgasse I
 
mondscheinsonate
 
in der warteschleife
des angerufenen
 
besetzt
 
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Ulrike Ebert

sackgasse II

 
radebrechen
 
ein wort
sucht das andere
 
mit händen und füßen

 
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Andrea Farthofer

SACKGASSE

irgendwo
ein schlupfloch finden

auf die wirren der straße sehen
hoffnungen im sog des rinnsals
verstopfter kanal

regenwurm sein
den hoffnungen hinterher
 

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Bernd Requardt

sackgassen

 
mal wieder falsch abgebogen
zehn meter bis zum rondell
und zehn zum palmgartentor
 
die nächste gasse
voll gemütlicher backsteinwände
den schatten von bäumen
nur schritte von der bockenheimer
mit autos und straßenbahnen
weit weg von der hektik
von fußgängern die den kopf nicht heben
 
und wieder eine
studenten hasten
von unigebäude zu unigebäude
füllen die seminarräume in der alten villa
erhaschen blicke in den garten
beim exzerpieren und beim lesen
                                                          

Kommentare

Das Lyrik-Orchester spielt: Sackgasse — 1 Kommentar

  1. Ganz was Neues: eine ganz kurz gefasste Ulrike. Es steht dir sehr, wie ich finde! Sehe die mit Händen und Füßen suchenden Wörter direkt vor mir 😉

    Die gemütlichen Backsteinwände von Bernd mag ich auch, fühle mich gleich wieder richtig studentisch!

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