Mannomann! Schihüttenfeeling auf Amerikanisch

Tag 1 in Fort Myers ist ein wunderschöner, aber eiskalter Wintertag, der sofort alte Schihüttenerinnerungen weckt – und das dringende Bedürfnis, den rollbaren Heizstrahler ans Hosenbein zu binden, um ihn auf Schritt und Tritt bei mir zu haben. Die etwas vernünftigeren Alternativen dazu sind: Verkriechen im Bett (sehr weich und sehr gemütlich), Trinken von warmer Milch und Bloggen unter dem hitzigen Laptop. Als all das nicht hilft, eine wirklich vernünftige Entscheidung: Wäsche waschen, was hier unkompliziert, kostenlos, schnell und einigermaßen sauber geht. Das hat einen Sinn, insbesondere wo meine nagelneuen Jeans sowas von abfärben, dass sogar meine Finger blau sind. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie diese Jeans einmal aus der Waschmaschine kommen werden – weiß??? Ich darf sie jedenfalls nur mit dunklen Kleidungsstücken in Berührung bringen, was bei einem beigen Sweater und hellen T-Shirts etwas schwierig ist.

Da es am Vormittag aber langsam an die 10 Grad erreicht, machen wir uns doch auf die warmen Socken. Erkunden die Gegend, die hier nicht umsonst "City of Palms" heißt, die Einkaufsmöglichkeiten (frisches und unamerikanisch knuspriges Brot zum Frühstück!) und die kleine, aber nette "Altstadt". Skurril geschmückte Riesenweihnachtsbäume, Lampenpfosten mit künstlichen Tannenästen umwickelt und mit großen roten Maschen geschmückt sind ein netter Gegensatz zu den vielen Palmen. Und auch die bislang aufwendigste Mailbox entdecke ich – eine eigene Holiday 2010 Mailbox vor einem ebenso aufwendig geschmückten Villahäuschen.

Auch meine alten Wohnwagenträume werden wieder geweckt: Das gestrige großformatige Bild von Dan Mackin geht mir nicht aus dem Kopf. Das wäre doch was: mit einem extragroßen Wohnmobil (wie sie hier ohnehin üblich sind, inklusive seitlich ausfahrbarem Wohnzimmer!) durch die Welt düsen und ohne Gepäcksbeschränkungen auch Einrichtungsutensilien anschaffen können, einrichten können und ein fahrbares Designmobil mit Souvenirstücken aus aller Welt sein. In den Riesendingern hier hätte sogar das Bild Platz! Und mit so einem Wohnmobil wäre dann auch das Häuschen am Meer hinfällig, lieber Santa 😉

Aus der Man-Reihe heute:

Man being silly

Man walking under palm trees trying not to get hit by a coconut

Man waiting to be rescued from fire lane while waiting for his wifey to finish shopping

Man trying not to get hit by head-sized Christmas bells

Skurrile Details zum Tag: im Riesensupermarkt mitten vor der Frischkäsetheke ein großer Buch- und CD-Ständer mit lauter Messias- und anderen Religionsbüchern und Audio-CDs, darauf die Nummernausgabe zum Anstellen in der Frischkäsetheke.

Nach einer kurzen Rast im Apartment fahren wir am späten Nachmittag noch einmal los, diesmal Richtung Fort Myers Beach in der Hoffnung auf den ersten echten Sonnenuntergang in diesem Urlaub. Nach einer Fahrt durch palmengesäumte und wieder einmal unglaublich überbordend und teilweise augenschädlich geschmückte Häuserstraßen kommen wir in Fort Myers Beach gerade rechtzeitig an, um uns das Duell Pelikan vs. Möwe zu geben und der Sonne beim Untergehen über dem Meer zuzusehen – über einem hübschen Strand, der mit den vielen neonbeleuchteten Geschäften und Lokalen zwar etwas Ballermann-Flair verbreitet, mir aber trotzdem gefällt, nicht zuletzt natürlich wegen der Palmen, die auch hier weihnachtlich beleuchtet sind. Meine neu entdeckte Liebe für Mangos und Key Limes lebe ich heute mit einer Beilage aus, die aus blanchiertem Spinat mit Mangoscheiben, eingelegten roten Paprika und Lime Juice besteht – sehr empfehlenswert! Ebenso wie der Brownie Cheesecake aus dem Supermarkt… (Ein weiterer Vorsatz für das neue Jahr: weitere Cheesecake-Experimente!) Überhaupt lässt es sich hier viel besser kochen als in Miami, denn die Küche ist nicht nur größer und auch mit dem großen und nicht nur dem kleinen IKEA-Starterset ausgestattet, sondern bietet auch fotogene Teller und Untersetzer für die ambitionierte Food-Fotografin mit Mango- & Key Lime-Wahn!

Duell Pelikan gegen Möwe: Zu lange zugewartet, Mr. Pel I. Kan!

VORMERKEN: Vorsätze fürs neue Jahr

Wie ich gerade gelesen habe, gibt es folgende, auch für mich relevante wichtige Tage im nächsten Jahr:

13. Jänner: Rubber Duckie Day

9. Februar: Read in the Tub Day

Was irgendwie dasselbe ist, oder? Gummienten und Lesen in der Badewanne geht bei mir in einem !Aufwaschen!, vielleicht bedeutet das, dass ich zwischen 13. Jänner und 9. Februar meinen Hauptsitz in die Badewanne verlegen soll…. Wenn ich mir die Wiener Wintertemperaturen so vorstelle und an die vielen Bücher denke, die ich gerne lesen möchte, vielleicht gar keine schlechte Idee…


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