I try to like fall, part III

Schwere unterbewusste Selbstmordgedanken müssen mich heute geritten haben, als ich an einem Montag Morgen zunächst in Shopping Center A fuhr, um mich von meiner über den Sommer entstandenen Alpaka-Frisur befreien und mit einem menschenwürdigen Haarschnitt versehen zu lassen und danach in Shopping Center B ein Schnäppchen zu jagen, das hässlich UND unerreichbar war.

Unerreichbar, da jene Hälfte der Wiener Bevölkerung, die nicht im ärgsten Stau seit Jahren feststeckte, bereits im Donauzentrum gelandet war und nicht daran dachte, sich still und vor allem unauffällig zu beschäftigen. Dass just vor jenem Geschäft, das ich ansteuerte, gerade eine Vorstellung von Kasperl & Petzi unter großem Gejohle von Hunderten Kindern stattfand, trug nicht gerade zu meiner Entspannung bei, während ich versuchte, den Eingang des Geschäfts zu finden und zu erobern.

Als ich mich endlich bis zur ersehnten Softshell-Radjacke durchgewuselt hatte, war mir so heiß, dass ich lieber einen Badeanzug als eine wärmende Jacke gekauft hätte. Die eine Verkäuferin, die für die anwesenden 500 Personen zuständig war, hatte keine Zeit und keine Kompetenz. Eine schlechte Kombination, wie ich finde, was aber angesichts ihrer mangelnden Deutschkenntnisse kaum weiter auffiel.

Ich verließ also genervt, verschwitzt und mit gar nicht mehr so flockigem Haar die ungastliche Stätte und schwor mir, wie schon in den Jahren zuvor, aber hoffentlich nicht ebenso ergebnislos, in der letzten Ferienwoche – ebenso wie in den ersten Wochen nach Schulbeginn – alle Orte möglicher Menschen- und Kinderveransammlungen zu meiden. Das erfordert in den nächsten Wochen viel Einfallsreichtum oder große Umwege… Auch in dieser Hinsicht ist und wird es vielleicht gar nicht so einfach, den Herbst zu mögen, aber noch habe ich reichlich Gelegenheit zu üben.


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