Buchtipp: Das süße Leben in Paris

 

 

 

Nein, dieser Blogeintrag hat leider weder mit mir noch mit irgendwelchen geplanten Reisen meinerseits zu tun. Vielmehr habe ich kürzlich ein Buch geliefert bekommen, in das ich nur mal kurz reinlesen wollte. Kurz in der Mittagspause. Kurz vor dem Abendessen. Entweder oder. Mehr Zeit wollte ich ihm erst nach den anderen beiden Büchern widmen, die ich derzeit parallel lese.

Doch was ist passiert? Ich konnte es nicht mehr weglegen. Die Übersetzungseinheiten blieben geöffnet und unübersetzt, die Kekse gebacken aber undekoriert, die Gießkanne gefüllt, die Blumen ungegossen. Das Buch brachte mein Leben und mich zum Erliegen (ein bequemes Sofa ist da sehr hilfreich).

Bei diesem fesselnden Werk handelt es sich aber nicht um einen Krimi, sondern vielmehr um eine Mischung aus amüsantem Erfahrungsbericht, interkulturellen Anekdoten, kritischer Selbstreflexion und sensationellem Kochbuch. "The Sweet Life in Paris" heißt es verheißungsvoll und hält bis zur letzten Seite, was es verspricht. Der amerikanische Autor David Lebovitz, erfolgreicher Koch und Pastry Chef, hat in berühmten Magazinen geschrieben, im Fernsehen gekocht und zahlreiche Kochbücher verfasst. Nach 20 Jahren in San Francisco zog er nach Paris. Dort musste er sich nicht nur mit den süßen Speisen, sondern auch mit der Kultur erst langsam vertraut machen. Supernett geschrieben und für alle, die des Englischen einigermaßen mächtig sind, unbedingt zu empfehlen! Einziges Manko: das fehlende Lesezeichen in Form eines Tickets nach Paris!

Das Buch enthält zusätzlich zu seinen amüsanten Schilderungen auch eine Reihe von authentischen Rezepten, die einem auch ohne Farbfotos das Wasser im Mund zusammenrinnen lassen. Am allerbesten gefällt mir jedenfalls die Schilderung, wie er eines Tages feststellte, dass er nun wirklich zu den echten Parisbewohnern gehört. Es war der Moment, als er zum Runtertragen des Mülls den Jogginganzug gegen die feine Hose und ein Hemd tauschte – in Paris geht man schließlich nur voll gestylt zum Müll!

David Lebovitz führt übrigens auch ein sehr empfehlenswertes Blog über seine Erlebnisse in Paris: www.davidlebovitz.com

 


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