Katzen, Hunde und ein paar Pferde

Auch das ist New York: it's raining cats und dogs, aber maßlos wie diese Stadt in jeder Hinsicht ist, sind da heute scheinbar auch einige ziemlich große Pferde dabei.

Dabei begann der für heute angesagte Regentag noch recht gemäßigt: mit zarten und vereinzelten Tropfen. Vorsorglich beschlossen wir, diesen Regentag jeder auf seine Art zu bewältigen: einer im Museum of Natural History (nichtsahnend, wie schnell sehr viele Kinder einem halbwegs gesetzten Mann sehr zusetzen können), eine beim Bummeln (nichtsahnend, dass starker Regen in New York das Einkaufsvergnügen sehr trüben kann, wenn man doch recht viel zu Fuß gehen muss).

Da der Koffer gestern wieder nicht geliefert wurde, führte uns unser ersten Weg wie so oft in den letzten Tagen zunächst zu Macy's. Wer denkt, dass NACH Weihnachten dort in aller Ruhe geshoppt werden kann, irrt gewaltig. Anders als bei unseren früheren Besuchen spielte es sich nämlich irre ab. Angesichts des ab 6 Uhr morgens auslebbaren Umtauschwahns und der nochmals verbilligten Abverkaufspreisen war es ein Glück, dass wir unseren Weg in die wichtigen Abteilungen bereits auswendig wussten. Statt minus 30 Prozent wie in den Tagen vor Weihnachten gestand man uns heute vielfach minus 50 Prozent zu. Auch gut. Und ich habe mir geschworen, dass selbst, wenn der Koffer verschwunden bleibt, meine nächsten Einkäufe anderswo erfolgen – jawohl. Shoppingtechnisch gesehen ist diese Jahreszeit ganz kurz vor und nach Weihnachten jedenfalls sehr empfehlenswert! Und wer sich von Null weg neu einkleiden und ausstatten will, kann ja einfach ohne Koffer und muss diesen nicht im Schneesturm "verlieren".

Während der Regen immer stärker wurde, Jacke, Tasche und Hose durchtränkte, und das Empire State Building immer mehr im Nebel verschwand, zog ich nochmals durch einige wichtige Shops: erledigte den beauftragten Cookie-Einkauf, verkostete sicherheitshalber noch ein Cupcake (dieses Topping heute bei Elenis war sehr gut und jede Kalorie wert, eine Art Pariser Creme mit einem Hauch von Himbeere). Verlor mich erneut im Bastelladen "The Ink Pad" und abschließend im "Westside Market", um für das Abendessen gerüstet zu sein. Holte Max (wir haben nur einen Wohnungsschlüssel) im Starbucks am Eck ab und zog mich dann mit meinem Buch in eine Ecke (vielmehr gibt es hier auch nicht) zurück.

Auch diesmal begegneten mir unterwegs nicht nur dubiose Gestalten, sondern auch extreme Hilfsbereitschaft. Als ich mich bei einem Einheimischen nach einem bestimmten Geschäft erkundigte, rätselte er lang herum, ehe er mich wieder genauso schlau wie vorher gehen ließ. Als ich die Straße bereits in zwei Richtungen überquert hatte, rief er mir über den vierspurigen Verkehr etwas zu und winkte. Ich also zurück zu ihm. Er stellte mich der gerade ihres Weges kommenden Briefträgerin vor, weil er sicher war, dass sie mir helfen könnte. Konnte sie zwar nicht, war aber trotzdem sehr nett.

Während ich jetzt nach einer kleinen Siesta also Blog schreibe, sorgt wieder einmal Radio Wien für etwas gute Laune in der Bude. Morgen soll's wieder trocken werden – Pläne für Unternehmungen gibt's schon genug. Und bis dahin ist hoffentlich das Gewand wieder trocken und die Muskulatur wieder katzenfrei.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.