Schlechter Deal: Kreuzweh statt Kreuzberg

Schon lange nicht mehr gejammert, aber heute darf ich mal. Ich wollte am Wochenende nämlich – so wie vor einigen Wochen einen kurzentschlossenen Hamburg-Trip – einen Berlin-Trip für diese Woche buchen. Doch dank einer miserablen Pilates-Stunde am Freitag (Teilnehmerinnen zuerst 15 Minuten in der Kälte warten lassen und dann unaufgewärmt kreuzunfreundliche Übungen verlangen) schlage ich mich nun mit Kreuzweh statt in Kreuzberg herum! In meiner Not habe ich meine alten Freunde ausgegraben, die sich vermutlich freuen, saisonal wieder zu Höchstform auflaufen zu dürfen: Thermofor, Wärmesalbe, Schmerztabletten, Bett, Ablenkungsmanöver in der Küche. Bislang allerdings haben sie keine Wirkung gezeigt.

Erst als ich mich am Montag zum Arzt schleppte, trat beim Anblick des übervollen Wartezimmers eine Art mentale Spontanheilung ein. Diese war allerdings nur von kurzer Dauer. Also stehe ich jetzt wieder in der Küche, Teig an den Händen, Salbe am schmerzenden Gebein und verströme eine Mischung aus Keks- und Rubriment-Duft, der irgendwie an eine Hexenküche erinnert, was eigentlich auch wieder passt: Hexenschuss in Hexenküche…

Und wenn das Backen auch nicht hilft, schaue ich vielleicht heute nochmal im Wartezimmer vorbei und sehe mich fit an den Menschenmassen, um doch noch eine Chance zu haben auf meinen heutigen Hawaiian Hula-Tanzkurs. Und wenn das auch noch nicht hilft, greife ich zum ultimativen Mittel und gönne mir einen Hexenschuss aus meiner kleinen, aber feinen Notfallsbar! Jawohl. Und dann träume ich eben vom letzten Berlin-Besuch. Ich gebe zu, er liegt erst einige Monate zurück…


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