Übersiedlungstag

Hawaii Two-O Reloaded Logo with palm tree and frangi
Freitag, 13. September 2019
Neue Heimat
Umzugstage sind auch im Urlaub nicht gerade berauschend. Dies ist nur die Aussicht auf ein ruhigeres Apartment, das ich ab heute abend auch mit Max teilen darf.

Ich bin um 6 Uhr früh bereit zum Auschecken, doch die Schlüsselübergabe (wie sinnlos!) erfolgt erst um 8.30 Uhr. Der Magen knurrt, die Sonne kämpft sich nach starkem Regen letzte Nacht durch die Wolken über den Bergen, das Internet sagt, dass einer der ABC Stores in meiner Nähe schon um 6.30 Uhr öffnet. Die Luft ist herrlich regenfrisch, noch ahnt man nicht, welche Luftfeuchtigkeitssteigerung der Regen innerhalb weniger Stunden bewirken wird. Ein Chocolate Muffin und eine Entdeckung – das sagenhaft schöne Atrium des Surftide Hotels (so tät ich gern wohnen daheim), dessen Zimmer im Internet aber völlig durchschnittlich aussehen – später, bin ich wieder bereit. Ein letztes Hin- und Herräumen, ein letztes Mal vom 43. Stock Honolulu aufsaugen und den Lärm ausblenden und endlich kommt Martin und übernimmt den Schlüssel.

Ich habe beschlossen, den Weg zum Büro des nächsten Vermieters, ein Immobilienmakler im Waikiki Grand Hotel, zu Fuß zu gehen, mit Sack und dem gesamten Beutepack den Ala Wai Canal entlang. Punkt 9 Uhr gebe ich Koffer und Rucksack ab, horche kurz in mich hinein und schwinge mich auf ein Rad. Eine Erledigung könnte ich doch noch machen, um die gemeinsame Zeit mit Max nicht damit zu belasten. Ich radle zum Convention Center, wo die nächstgelegene Biki-Station zum Fabric Mart ist, pilgere zu Fuß zum Stoffladen und ergehe mich locker 55 Minuten im Aussuchen von Stoffen für Hularöcke. Dann zurück, ein gescheiterter Cache-Versuch, weil just an dem Tisch im Honolulu Coffeeshop, worunter sich der Cache befindet, jemand in aller Ruhe seine Memoiren tippt – und über den Strand zu Duke’s Waikiki. Weil ich mir die Taxifahrt gespart habe, gönne ich mir hier ein Lunch Buffet mit Blick auf Hotelpool, Palmen und Meer. Hier werde ich als alleinreisende Frau mal nicht an den letzten Tisch gleich neben der Toilette gesetzt, yeah. Das Buffet bietet unter anderem zwei Sorten Poke Bowls zum Selberzusammenstellen, köstliches Cabbage Kalua Pig, spicy broccoli salad, und mein persönliches Highlight nach 2 Wochen unterwegs: sowas wie echt gutes Weißbrot (Sauerteig) mit echter (okay, gesalzener) Butter.

Dann ist es Zeit, mein Gepäck abzuholen und erneut 20 Minuten mit ihm bei mittlerweile 324 Prozent Luftfeuchtigkeit zum Apartment zu flanieren (okay, die Schönredung des Jahres; korrigiere: mich zu schleppen, denn jetzt ja auch noch mit Stoffen zusätzlich beladen). Dort stellt sich heraus, dass es doch noch nicht fertig ist, und als es fertig ist, ist es zwar wunderschön, allerdings ohne jeglichen Schrank zum Hängen, mit gerade mal 6 Laden für zwei Personen, von denen 5 (!) mit Hand- und Badetüchern gefüllt sind, ohne Stauraum für Koffer und sonstiges Zeug und ohne funktionierendes Internet. 17 Mal kommt Shelly, die Empfangs“dame“, rauf und versucht es, aber es klappt einfach nicht. Ebenso fehlt ein Verlängerungskabel, um den Laptop irgendwo sinnvoll anschließen zu können. Egal, wird schon werden mit dem Internet. 

Ich gehe mal an unseren neuen Hausstrand (home turf alias home surf), den Kamaina Beach, wo tatsächlich nur Einheimische sind, finde einen Mini Convenience Store, wo ich Getränke für den Abend besorge und richte mich nach dem Strandbesuch mal gemütlich ein, sehe einem Regenbogen zu, wie er sich gen Diamond Head reckt und streckt und doch nicht ganz hinkommt und tüftle, wie man auf diesem kleinen Couchtisch Laptop- und Bastelarbeiten gleichzeitig unterbringen soll, freue mich über einen weitaus geringeren Lärmpegel als direkt in Waikiki und weihe den Minibalkon mit einer Dose Lilikoi-Passionsfruchtsaft und einem Chicken Sandwich aus dem Mini Market ein.

Die Fragen zum Tag:
Warum gibt es in diesem Apartment nicht mal einen ei nzigen Wandknauf, an dem man etwa Strandtuch, Badegewand oder Kleidung aufhängen kann?
Warum gibt es in diesem Apartment unzählige Töpfen und Pfannen, wenn es doch keinen Herd, sondern nur Mikrowelle, Kaffeemaschine und Wasserkocher gibt?

Tatsächlich schaffe ich es irgendwie also, mir einen Hotspot zusammenzuwurschteln, um das Blog posten zu können, nur mit dem Hula üben zu Musik aus dem Internet wird es wohl nichts – und das, obwohl morgen schon meine nächste Stunde auf mich wartet.

Die restlichen Fotos folgen, wenn es wieder WLAN gibt…

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Love Peace Aloha

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